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Die 14-jährige Chantal (l.) und die 17-jährige Jenny freuen sich auf die Weihnachtstage und die Zeit mit ihren Familien.

Foto: Doro Siewert

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rga-online, 24. Dezember 2014

Weihnachten im Kinder- und Jugendwohnheim – Festtage bringen Familie zurück

Die Vorfreude auf Heiligabend ist bei Jenny und Chantal besonders groß. Die beiden Mädchen leben im Kinder- und Jugendheim Waldhof der evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land. Für sie bedeutet Weihnachten vor allem eins: Zeit mit ihren Familien.

Die 14-jährige Chantal darf an Weihnachten nach Hause. Sie freut sich auf das gemeinsame Familienleben, das traditionelle Frühstück an Heiligabend. An den Tag ihres Einzugs an der Eberhardstraße erinnert sich die 14-Jährige noch ganz genau: "Es war der 27. April 2012. Es war hart. Ich bin heute noch manchmal sauer, dass ich hier bin, auch wenn ich mich inzwischen wohl fühle."

Kinder haben häufig Gewalterfahrungen gemacht

Auch die 17-jährige Jenny kann ihren Einzugstermin taggenau benennen. "Ich bin seit dem 21. August 2012 hier. In den ersten Tagen habe ich kaum ein Wort gesprochen, so schüchtern war ich", erinnert sie sich. Jenny darf an Weihnachten nicht nach Hause. "Aber meine Mutter kommt mich besuchen", erzählt sie und strahlt vor Freude.

Nur wenige Kinder und Jugendliche bleiben an den Feiertagen in der Wohngruppe. Fast alle besuchen ihre Familien. Wer hier bleibt, versucht sich das Weihnachtsfest so gemütlich und familiär wie möglich zu gestalten. Ein großer Tannenbaum wurde von den Kindern und Jugendlichen bereits in der Vorweihnachtszeit im Wohnzimmer aufgestellt und geschmückt. Im gesamten Haus herrscht eine angenehme, warme Atmosphäre - weihnachtliche Deko, Lichterketten, Kekse stehen auf dem großen Esstisch.

In der Weihnachtszeit rücken die Kinder und Jugendlichen noch enger zusammen - backen Plätzchen, schreiben Wunschzettel. Ein absoluter Höhepunkt ist die traditionelle Weihnachtsfeier aller Wohngruppen am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien. "Es war toll", schwelgen Chantal und Jenny noch in Erinnerungen. Alle haben sich mächtig schick gemacht und dann im Gemeindehaus Hünger gemeinsam gefeiert. "Wir haben sogar Geschenke bekommen", freuen sich die beiden Mädchen.

Es gibt ein gemeinsames Raclette-Essen

In den nächsten Tage kommen sie wieder alle zusammen. Am zweiten Weihnachtstag gibt es einen gemeinsamen Brunch. Der Höhepunkt ist aber für viele Silvester. "Wir freuen uns total darauf", sind sich Jenny und Chantal einig. Dann gibt es ein gemeinsames Raclette-Essen, es werden Filme geschaut, es wird gespielt und auch das eine oder andere Mal getanzt.

"Wir versuchen, das Leben so familiär und normal wir möglich zu gestalten", erklärt stellvertretende Gruppenleiterin Renate Müller. Sie weiß, dass sich ihre Schützlinge meistens genau das wünschen. "Bei uns wohnen keine Waisenkinder, sondern es sind junge Menschen, die viel Schlimmes erlebt haben", sagt Renate Müller.

Blickt sie auf die Lebensgeschichten der Kinder und Jugendlichen zurück, die sie in all den Jahren betreut hat, bleibt kaum eine Grausamkeit offen. "Viele Kinder haben Gewalt erlebt, manche sind sogar vergewaltigt worden, andere haben psychisch kranke Eltern, die sich nicht ausreichend um sie kümmern können", bedauert die Pädagogin. Sie weiß, dass sich Betroffene oftmals in einem schweren Loyalitätskonflikt befinden. "Sie lieben ihre Eltern und wollen zu ihnen zurück, egal was passiert ist. Andererseits sind sie wütend darüber, was ihnen passiert ist", erklärt Müller.

Wünsche für 2015: Rückkehr nach Hause und eine Ausbildung finden

Chantal hat für das kommende Jahr nur einen Wunsch: "Endlich wieder nach Hause zu dürfen." Jenny freut sich auf ihren 18. Geburtstag und hofft, 2015, nachdem sie ihren Schulabschluss geschafft hat, eine Ausbildung in der Gastronomie zu finden.

WEIHNACHTEN IM MÄDCHENWOHNHEIM STEINBERG

FEIERTAGE Viele Mädchen besuchen über Weihnachten ihre Familien. "Das will gut vorbereitet sein", erklärt Kai Wagner, Einrichtungsleiter des Mädchenwohnheims. Im Oktober bespricht er mit den Familien, wie die Feiertage gemeinsam verlebt werden können.

HEILIGABEND Diejenigen, die an Heiligabend im Wohnheim sind, bereiten ein gemeinsames Weihnachtsessen zu, sitzen in gemütlicher Atmosphäre zusammen und spielen Gesellschaftsspiele. Im Foyer des Haupthauses sorgt ein Weihnachtsbaum für Weihnachtsstimmung.

Von Jacqueline Stork