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Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der EJBL

Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der EJBL

Kinder und Jugendliche sind Subjekte ihrer Entwicklung und müssen deshalb in dieser gefördert und beteiligt werden, um die Fähigkeit zu erlernen, partizipativ, gestalterisch und verantwortlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Dies wird u.a. in den UN-Kinderrechtskonventionen wie folgt festgelegt: “Die Vertragsstaaten sichern dem Kinde, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.“ 

Auch im § 8  KJHG Abs.1, welcher für alle PädagogInnen in der  Jugendhilfe verbindlich ist, wird die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wie folgt festgeschrieben: „Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen.“
Die Formulierung des Beteiligungsrechts für Minderjährige ist mehr als nur der Verweis auf das „Recht auf persönliches Gehör“ entsprechend Art. 103 Abs.1 GG. Das Beteiligungsrecht verpflichtet die öffentliche Jugendhilfe, Minderjährige überall dort, wo sie in irgendeiner Weise von Entscheidungen der Jugendhilfe betroffen sind, inhaltlich einzubeziehen.

Die genannten Rechte machen Partizipation von Kindern und Jugendlichen  zu einer verpflichtenden Aufgabe im Rahmen der Hilfe zur Erziehung, die  somit ein durchgängiges Handlungsprinzip für PädagogInnen darstellt.

Da Beteiligung und deren Umsetzung nur durch langfristige Prozesse angeregt und sichergestellt werden kann, ist die Entwicklung einer Beteiligungskultur eine notwendige Vorraussetzung.
Ziel ist es, Partizipation in unserer Organisationskultur zu verankern, d.h. sowohl in den Haltungen und Grundeinstellungen der MitarbeiterInnen als auch in strukturell verankerten Standards und Verfahren.

Anlehnend an das Modellprojekt des Diakonieverbundes Schweicheln e.V.  „Erziehung braucht eine Kultur der Partizipation“ könnte die Umsetzung über drei Projektschwerpunkte realisiert werden:

  • die Entwicklung eines „Grundrechtekatalogs“
  • der Aufbau eines Beschwerdemanagements und
  • die Schaffung von Beteiligungsstrukturen

Zu jedem der Schwerpunkte wird sich jeweils eine Arbeitsgruppe aus MitarbeiterInnen und Kindern/Jugendlichen  bilden, die sich 5-7-mal im Zeitraum von ca. neun Monaten trifft.

Jeweils zum Auftakt einer AG wird ein inhaltlicher Einstieg mit externem Trainer ins anstehende Thema durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt eine durchgängige Begleitung der Gruppen durch die externen Trainer
Zu jedem AG-Thema tauschen sich die Teams mit den von ihnen betreuten Kindern und Jugendlichen zu speziellen Fragestellungen (Fragebögen, Interviews) aus. Die Antworten fließen in das Ergebnis der Arbeitsgruppe ein.

Zum Abschluss jedes AG-Themas werden die erarbeiteten Ergebnisse, z.B. eine vorläufige Version des Rechtekataloges oder ein Informationsblatt über das geplante Beschwerdesystem, in den Gruppenversammlungen besprochen. Ihre Anmerkungen und Fragen werden dann in der Gruppensprecherversammlung von ihrem Gruppensprecher eingebracht.
Das Endergebnis wird mit der Leitung und den Teams abgestimmt.

Es werden folgende Arbeitsgruppen eingesetzt:

Arbeitsgruppe Rechtekatalog
  • Fragebogen Mitarbeiter
  • Interviews
  • Fragebogen Kinder/ Jugendlichen
  • Auswertung                                                                                
  • textliche und bildliche Gestaltung des Rechtekataloges  der EJBL
Arbeitsgruppe Beschwerde und Anregungsmanagement
  • Fragebogen Mitarbeiter
  • Fragebogen Kinder/Jugendliche
  • Auswertung
  • Entwicklung eines Beschwerdebogens
  • Installation einer Beschwerdestelle
Arbeitsgruppe Beteiligungsstrukturen

Innerhalb der EJBL sind bereits verschiedene Beteiligungsformen installiert. So gibt es regelmäßige Gruppengespräche in den jeweiligen Gruppen. Fast alle Gruppen werden durch einen gewählten Gruppensprecher/und Stellvertreter seit Dez.08 in monatlich stattfindenden GPS-Treffen vertreten.

Gruppenversammlungen werden unterschiedlich genutzt. Teilweise sind sie Foren, um Fragen an das Team zu stellen, Entscheidungen des Teams bekannt zu geben oder Krisenbesprechungen durchzuführen. Einer Umfrage zufolge, welche die Gruppensprecher innerhalb ihrer Gruppe durchführten, wünschen sich die Kinder und Jugendlichen mehr Beteiligung und Entscheidungsspielraum in Bezug auf Freizeit, Betreuungsgelder, Gruppenregeln.

  • Ermittlung des Ist-Zustandes hinsichtlich vorhandener Beteiligungsformen (Gruppengespräche)
  • Befragung zu Änderungswünschen und –vorschlägen
  • Entwicklung eines Qualitätsstandards zu Beteiligungsbereichen (innerhalb der Wohngruppe, innerhalb/für die Einrichtung)
  • Bildung projektorientierter Beteiligungsformen (Orga-Team, EJBL-Zeitung…)
  • Zukunftswerkstatt („Wir bauen uns eine Jugendhilfe“)

Die Durchführung des Projektes liegt intern in Händen von:
Elisabeth Busse, Projektleiterin
Markus Geldmacher, QM-Beauftragter
Silke Gaube, Bereichsleiterin und Sozialmanagerin

Für die Begleitung und Evaluation des Projektes gelang es uns, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Rheinland Westfalen Lippe mit folgenden Persönlichkeiten zu gewinnen:

Herrn Dr. Stork, Grundsatzfragen der Jugendhilfe (hat zum Thema der Partizipation promoviert)
Herr Wutzke, Referat Erziehungshilfe

 

Günter H. Jäckle
Geschäftsführer                                             Wermelskirchen, 18. September 2009

 

Info

 

Start der »Rad und Tat« AG

 

Start der »Rad und Tat« AG

 

Start der »Rad und Tat« AG

 

Start der »Rad und Tat« AG

 

 

Ansprechpartnerin

Silke Gaube
Geschäftsführerin
E-Mail: silke.gaube@ejbl.de
Telefon: 02196-72030