Schutz und Chance EJBL

Kinder in Notsituationen brauchen Schutz und Chancen.

Die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land gGmbH hat dafür das Aufnahme- & Clearingzentrum in Remscheid geschaffen, das inzwischen Walter-Frey-Zentrum heißt. Hier finden Kinder und Jugendliche in akuter Gefährdungslage eine sichere Obhut. Sie bekommen pädagogische und psychologische Betreuung, individuelle Förderung und die Möglichkeit, eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Das Zentrum wird dieses Jahr grundlegend saniert und um zwei Häuser erweitert. Für die Baumaßnahmen wurde bereits ein Investor gefunden. Für die komplette Inneneinrichtung fehlen jedoch die finanziellen Mittel.

 

Das Zentrum wurde im Jahr 2016 grundlegend saniert und um zwei Häuser erweitert. Für die Baumaßnahmen hatte die EJBL einen Investor gefunden. Für die komplette Inneneinrichtung fehlten jedoch die finanziellen Mittel. Um das Zentrum mit Betten, Tischen, Stühlen, Schränken und Kücheneinrichtungen ausstatten zu können, wurde die Spendenkampagne „Schutz und Chancen“ ins Leben gerufen.

Mit bunten Plakaten und Postkarten, auf denen ein knallgrüner Kaktus als Symbol des Schutzes und der Widerstandsfähigkeit für Aufmerksamkeit sorgte, wurde über die Aktion informiert und zum Spenden ermuntert. Bei zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen erhielt die EJBL reichlichen Zuspruch und konnte viele Menschen für die Belange der Kinder und Jugendlichen begeistern. Auch von zahlreichen Unternehmen der Region kam Unterstützung.

Von März 2016 bis September 2017 konnten insgesamt 60.000 Euro für das Walter-Frey-Zentrum gesammelt werden. Die EJBL bedankt sich herzlich für diese großartige Unterstützung.

Wollen auch Sie die Arbeit der EJBL unterstützen? Hier finden Sie unsere aktuellen Spendenprojekte.

 

 

„Ich bin sicher, dass wir viele Menschen zum Spenden anregen können, wenn sie erfahren, in welch desolaten Räumen unsere Kinder und Mitarbeitenden derzeit wohnen und arbeiten.“

10 Fragen an Silke Gaube, Geschäftsführerin der EJBL

Silke Gaube

Das Aufnahme- und Clearingzentrum soll modernisiert und vergrößert werden, welchen Stellenwert hat es für die EJBL?

Das Aufnahme- und Clearingzentrum spielt in der Arbeit der EJBL eine zentrale Rolle. Man könnte seine Funktion mit der Notaufnahme eines Krankenhauses vergleichen. Junge Menschen in einer akuten Notsituation finden hier schnelle und fachkundige Hilfe. Damit hat sich die Einrichtung auch in der Region als Kompetenzzentrum der Jugendhilfe etabliert.

Welche Bedeutung hat der Standort „Waldhof“?

Der Standort ist ideal für einen Schutz- und Schonraum. Er liegt mitten im Wald auf einem großen Gelände mit vielen Möglichkeiten zum Spielen und Toben. Hier können die Kinder richtig zur Ruhe kommen. Nicht ohne Grund ist der Waldhof ja schon seit den 1950er Jahren immer wieder ein Zufluchtsort für Kinder gewesen.

Warum wird das Zentrum nach dem ehemaligen Remscheider Oberbürgermeister Walter Frey benannt?

Walter Frey hat sich in besonderer Weise für das Wohl von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht. In einer Zeit, in der Jugendhilfe in den meisten Städten noch gar kein Thema war, hat er sich für bessere Lebensbedingungen eingesetzt, insbesondere auch durch die innovative Architektur des Waldhofs.

Welche Umbaumaßnahmen werden nun konkret erfolgen?

Die Häuser sind dringend sanierungsbedürftig. Die Heizung fällt immer wieder aus, die sanitären Anlagen sind über 60 Jahre alt und an manchen Stellen regnet es sogar rein. Es geht also in erster Linie um notwendige Sanierungen im Bestand: neue Dächer, neue Heizung, Doppelglasfenster, Schimmelentfernung, neue Bäder und Küchen. Darüber hinaus wollen wir für die Kinder und Jugendlichen mehr Einzelzimmer schaffen, Unterrichts- und Funktionsräume einrichten und den Mitarbeitenden ein separates Zimmer zur Verfügung stellen, da sie bislang im Büro schlafen müssen.

Es heißt, für den Umbau sei bereits ein Investor gefunden. Wer ist das und in welchem Verhältnis steht er zur EJBL?

Wir sind sehr froh, dass wir Mario Temmink von ibs Immobilien für dieses Projekt gewinnen konnten. Er hat viel Erfahrung in dem Metier und ist dem diakonischen Profil sehr zugewandt. Die ibs hat die Gebäude erworben und wird sie komplett sanieren, das hätten wir alleine niemals stemmen können. Wir werden mit dem Aufnahme- und Clearingzentrum als Mieter einziehen und können auf faire Bedingungen vertrauen, da Herr Temmink mit großem Engagement soziale Projekte unterstützt.

Warum kann die EJBL die Inneneinrichtung nicht selbst finanzieren?

Eine als gemeinnützige GmbH geführte Einrichtung wie die unsere ist nicht darauf ausgerichtet, Gewinne zu erzielen. Unser knappes Budget reicht für die ein oder andere Ersatz- oder Neuanschaffung. Doch nun müssen wir in kürzester Zeit vier neue Gruppen ausstatten, das ist aus dem laufenden Etat nicht zu bewerkstelligen. Dabei reden wir hier ja nicht über irgendwelche Luxusgüter, sondern über eine einfache Grundausstattung. Zum Beispiel benötigen wir neue Kleiderschränke, da wir einige Wände versetzen müssen, in denen vorher Einbauschränke waren. Durch die Erweiterung des Zentrums um 14 Plätze brauchen wir zusätzliche Möbel für die Kinder: Betten, Tische, Stühle, das Notwendigste eben.

Eine Spendenkampagne kostet aber doch auch Geld?

Das ist richtig, aber wir erhoffen uns von dieser vergleichsweisen kleinen Investition eine große positive Reaktion unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch diese Kampagne vielfach zum ersten Mal von der immens wichtigen Arbeit des Aufnahme- und Clearingzentrums erfahren werden und diese hoffentlich auch in Zukunft weiterhin mit ihren Spenden unterstützen werden.

Warum haben Sie als Motiv ausgerechnet einen Kaktus gewählt?

Dieser kleine Sympathieträger passt in vielerlei Hinsicht zur Arbeit des Aufnahme- und Clearingzentrums. Seine stachelige Hülle ist ein idealer Schutz und ein Sinnbild für Resilienz und Widerstandskraft. Das immergrüne Gewächs kommt mit wenig aus, nutzt das Vorhandene so optimal wie möglich und kann selbst unter schwierigen Bedingungen noch wunderschöne Blüten entwickeln.

Welche Maßnahmen werden im Rahmen der Kampagne erfolgen?

Wir starten die Spendenkampagne in der Küchen- und Polsterwelt vom Stein. Das Möbelhaus schenkt uns Raum für die Präsentation der Kampagne und begleitet sie mit einer besonderen Rabattaktion. Auch von anderen Remscheider Einzelhändlern erhoffen wir uns Unterstützung. Die Öffentlichkeit wollen wir mit aufmerksamkeitsstarken Plakaten und Postkarten, über Presse und Rundfunk sowie durch unsere Präsenz auf Stadtfesten informieren. Auch den Oberbürgermeister und andere öffentliche Personen werden wir in unsere Aktionen einbinden.

Haben Sie bereits Unterstützer gewonnen?

Die Walter-Frey-Stiftung und andere Förderer stehen auch bei dieser Kampagne an unserer Seite. Ich bin sicher, dass wir viele Menschen in Remscheid und Wermelskirchen zum Spenden anregen können, wenn sie erfahren, in welch desolaten Räumen unsere Kinder und Mitarbeitenden derzeit wohnen und arbeiten.

 

Was bedeutet Aufnahme & Clearing?

10 Fragen an Heiner van Mil, Leiter Aufnahme & Clearing

Heiner van Mil

„Aufnahme & Clearing“ – was muss man sich darunter vorstellen?

Im Aufnahme- und Clearingzentrum nehmen wir Kinder und Jugendliche in akuten Notlagen auf und bieten ihnen einen Schutzraum sowie pädagogische Betreuung rund um die Uhr. „Clearing“ bedeutet, dass wir darüber hinaus die Möglichkeit zur professionellen Situationsklärung und Perspektiventwicklung mit pädagogischen und psychologischen Fachkräften anbieten.

In welchen konkreten Notlagen kommen die jungen Menschen zu Ihnen?

Dies ist sehr unterschiedlich. Zu nennen sind hier zum Beispiel Konflikte in der Familie, eine Gefährdung des Kindeswohls, Obdachlosigkeit, Flucht aus dem Heimatland vor Krieg und Terror oder der Tod der Eltern.

Wie lange bleiben sie im Durchschnitt in der Einrichtung?

Je nach Auftrag und Ausgangslage zwischen einer Nacht und bis zu sechs Monaten.

Was passiert danach mit ihnen?

Im Idealfall das, was für die jungen Menschen im Einzelfall gut ist und was sie sich wünschen. Das kann eine Rückkehr in die Familie sein (ggf. mit ambulanter pädagogischer Unterstützung), ein Wechsel in eine geeignete längerfristige Jugendhilfemaßnahme (z.B. Wohngruppe) oder auch etwas ganz anderes. Um gemeinsam herauszufinden, wie die jeweils beste Perspektive aussieht, bieten wir das Clearing an.

Werden die Eltern in diesen Entscheidungsprozess einbezogen?

In jedem Fall, der Einbezug der Eltern ist enorm wichtig. Nur manchmal gibt es Einschränkungen, etwa wenn die Eltern nicht verfügbar sind (bei unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten) oder dies nicht im Interesse der Kinder ist, weil beispielsweise eine Gefährdung von den Eltern für die Kinder ausgeht.

Es sollen ja nun auch Flüchtlingskinder aufgenommen werden, die ohne Eltern in Deutschland sind. Wird das Ihre Arbeit verändern?

Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen haben grundsätzlich ähnliche Bedürfnisse, wie alle anderen, die zu uns kommen. Wir haben viel Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen, die schreckliche Dinge erlebt, Gewalt erfahren oder ihre Eltern verloren haben. Faktoren, die unsere Arbeit dennoch verändern, sind zum Beispiel die vielen unterschiedlichen kulturellen Hintergründe sowie die besonderen aufenthaltsrechtlichen Bedingungen, insbesondere in der Phase des Clearings.

Gibt es da keine Sprachprobleme?

Doch, die gibt es. Insbesondere zu Beginn kommen deshalb Sprachmittler bzw. Dolmetscher zu allen wichtigen Terminen und bei besonders großen Sprachbarrieren hinzu. Die meisten geflüchteten jungen Menschen lernen die deutsche Sprache aber unglaublich schnell, so dass der Einsatz von Sprachmittlern erfahrungsgemäß bereits nach wenigen Wochen nur noch selten erfolgen muss.

Werden die deutschen und ausländischen Kinder zusammen wohnen?

Das gemeinsame Wohnen ist in der EJBL die Regel, darauf legen wir auch großen Wert. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass alle Kinder und Jugendlichen stark von der Begegnung und dem Zusammenleben profitieren.
Für das Clearing bei geflüchteten Minderjährigen müssen unsere Fachkräfte jedoch besondere Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. Deshalb haben wir uns entschieden, in den zwei neuen Clearinggruppen ausschließlich geflüchtete Jugendliche unterzubringen, um unsere Ressourcen optimal nutzen zu können. Da die jungen Menschen maximal sechs Monate bei uns blieben, erscheint uns dies vertretbar.

Was wird sich durch den Umbau des Zentrums alles ändern?

Zunächst wird das Zentrum um zwei Gruppen – jeweils mit sieben Plätzen und einem eigenen Fachkräfteteam – erweitert und damit deutlich größer. Besonders freut mich zudem die grundlegende und dringend notwendige Sanierung aller Gebäude des Zentrums.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass das Aufnahme- und Clearingzentrum ein lebendiger und vielseitiger Ort bleibt und sich in diese Richtung weiterentwickelt.

 


Schutz und Chancen für Kinder in Notlagen 17.03.16

Mit einer groß angelegten Spendenkampagne für das Aufnahme- und Clearingzentrum auf dem Waldhof-Gelände in Remscheid will die EJBL 120.000 Euro für die Anschaffung von Betten, Tischen, Stühlen, Schränken und Kücheneinrichtungen sammeln.

Zur Presseinformation:      

 

Silke Gaube
Interview mit Geschäftsführerin Silke Gaube 17.03.16

„Ich bin sicher, dass wir viele Menschen zum Spenden anregen können, wenn sie erfahren, in welch desolaten Räumen unsere Kinder und Mitarbeitenden derzeit wohnen und arbeiten.“

Zum Interview:      

 

Heiner van Mil
Interview mit Heiner van Mil, Aufnahme & Clearing 17.03.16

„Im Aufnahme- und Clearingzentrum nehmen wir Kinder und Jugendliche in akuten Notlagen auf und bieten ihnen einen Schutzraum sowie pädagogische Betreuung rund um die Uhr.“

Zum Interview:      

 


Daten und Fakten zur Spendenkampagne 17.03.16

Kinder in Not brauchen Schutz und Chancen – und einen Tisch zum Essen, einen Stuhl zum Lernen, ein Bett zum Träumen. Alle Informationen zur Spendenkampagne für das Aufnahme- und Clearingzentrum.

Zum Factsheet:      

Berichterstattung zur Kampagne

WDR Lokalzeit – 15. August 2016

Wermelskirchen TV – 20. April 2016

Wermelskirchen TV – 20. April 2016

WDR III – Lokalzeit Bergisches Land – 18. März 2016

WDR III – Lokalzeit Bergisches Land – 18. März 2016

 

Kontakt

 

Verwaltungssitz

Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land gGmbH
Waldhofstraße 10
42857 Remscheid
Tel: 02191 - 78 226-0
Fax: 02191 - 78 226-49 

 

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Silke Gaube 
Geschäftsführerin 
Tel: 02191 - 78 226-46
silke.gaube@ejbl.de

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Fachbereichsleitung Jugend / Verwaltung
Tel: 02191 - 78 226-47
markus.emonts@ejbl.de

Melanie Grobe 
Fachbereichsleitung Jugend
Tel: 02191 - 78 226-36
Melanie.Grobe@ejbl.de

Rainer Siekmann
Fachbereichsleitung Kinder
Tel: 02191 - 78 226-48
rainer.siekmann@ejbl.de

Dr. Irene Fuchs
Fachbereichsleitung ambulante Dienste
Tel: 02191 - 78226-22
irene.fuchs@ejbl.de

Heiner van Mil
Fachbereichsleitung Aufnahme & Clearing 
Tel: 02191 - 78 226-31 
heiner.van_mil@ejbl.de

 

Verwaltungsteam

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Dorothee Sieper
Tel: 02191 - 78 226-41

Anke Dedek-Eigenwillig
Tel: 02191 - 78 226-33

Claudia Strobel
Tel: 02191 - 78 226-30

 

Impressum

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Silke Gaube, Geschäftsführerin
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E-Mail: silke.gaube@ejbl.de