23. März 2019

Leitthema

Erfolgreicher Abschluss der Inhouse-Weiterbildung von 16 Traumapädagog*innen

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit konnte die als Inhouse-Weiterbildung konzipierte Qualifizierung von 16 Traumapädagog*innen am 28.06.2019 erfolgreich abgeschlossen werden. Inhaltlich gestaltet und durchgeführt wurden die insgesamt 9 mehrtägigen Module in Kooperation mit dem Institut „Wunde(r)kinder“ von der mit dem österreichischen Wissenschaftspreis für Soziale Arbeit 2019 ausgezeichneten Dr. Christina Rothdeutsch-Granzer und der als wesentliche Begründerin der Traumapädagogik in Deutschland renommierten Diplompädagogin / Diplomsozialpädagogin Wilma Weiß. Mit der erfolgreichen Abgabe einer schriftlichen Prüfungsarbeit und der Durchführung eines traumapädagogisch ausgerichteten Projekts wurde allen Teilnehmenden die Zertifizierung als Traumapädagog*in nach den Standards des Fachverbandes Traumapädagogik verliehen.

Für die EJBL bedeutet die Durchführung der Weiterbildungsreihe nicht nur eine Investition in die Entwicklung besonderer fachlicher Kompetenz in einem grade in der heutigen Zeit für die stationäre Jugendhilfe elementar wichtigen Themenfeld. Im Zuge der Durchführung der Projekte ist es bereits an verschiedenen Stellen gelungen, traumapädagogische Methoden und Elemente in unserer Praxis einzuführen. So können sowohl die in der EJBL lebenden Kinder und Jugendlichen, als auch die Mitarbeitenden bereits heute von der Weiterbildung profitieren.

Beispielsweise wurden mit Kindern und Eltern Methoden zur Biografiearbeit durchgeführt und damit der Weg zum Verstehen des eigenen Lebensweges bereitet. An anderer Stelle wurden mit Kindern altersgerechte Methoden zum Umgang mit ihren persönlichen Belastungen und herausfordernden Situationen entwickelt. Neben der Implementierung traumapädagogischen Wissens durch Teamcoachingprozesse wurde zudem mit zwei unterschiedlichen Schwerpunkten die potenziell traumatische Aufnahmesituation unter Beteiligung der jungen Menschen, deren Eltern und Fachkräften der EJBL analysiert und in weitere Handlungsschritte zu deren Veränderung überführt. Nicht zuletzt stellen die Beschäftigung mit grundlegenden traumapädagogischen Elementen in der Einrichtung (z.B. der Gestaltung des „sicheren Ortes“ auch im Rahmen von Gruppenfreizeiten), sowie ein Projekt zur Stärkung der Selbstfürsorge von Mitarbeitenden neue traumapädagogische Mosaiksteine der EJBL dar, die bereits unmittelbar nach dem Projekt sichtbar werden.

Klar ist schon heute, dass die genannten Projekte erst der Auftakt zur Entwicklung eines traumapädagogischen Profils der EJBL sind und wir in der Zukunft weiterhin alles daran setzen werden, um im Sinne der in unserer Einrichtung lebenden jungen Menschen die Erkenntnisse der Weiterbildung in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Foto © Jürgen Moll, Bergische Morgenpost