Der Zirkel Abenteuer Bewegung der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) sucht die echte Herausforderung. Einmal im Jahr rufen wir zum Abenteuer Draußen – und dieses Mal meinte es der Wettergott besonders „kernig“ mit uns. Ende Januar tauschten wir die warme Heizung gegen den tiefen, frostigen Wald.
Die Challenge: Wenn der Atem gefriert
Bei konstanten minus 2 Grad Celsius im Wald zu übernachten, erfordert mehr als nur eine dicke Jacke. Noelle Müller und David Hamacher (Pädagogen der Kinderwohngruppe Gabelsbergerstraße) stellten sich gemeinsam mit sieben mutigen Kindern dieser besonderen Prüfung. Unterstützt wurde die Aktion vom Sportpädagogen Kai Birwer.
Das Ziel: Zwei Tage volle Eigenverantwortung inmitten der Natur.
Überleben ist Teamarbeit: Feuer, Wasser, Eintopf
Im Winterwald gibt es keinen „Aus“-Knopf für die Kälte. Selbstversorgung war das Schlagwort der Tage:
- Holz machen als Daueraufgabe: Wer es warm haben wollte, musste anpacken. Permanent wurde Holz gesammelt und gesägt, um die Flammen am Leben zu erhalten.
- Trinkwasser aus dem Fluss: Ohne Wasserhahn hieß es: Wasser aus dem nahen Fluss schöpfen und über dem Feuer abkochen – eine Lektion in Sachen Basics der Natur.
- Kulinarik aus dem Dutch-Oven: Alle halfen mit, als ein deftiger Eintopf direkt über der offenen Lagerfeuer-Flamme köchelte. Nichts schmeckt besser als eine heiße Mahlzeit, die man sich bei Frost selbst erarbeitet hat.
Action im Frost: Katapulte und Kooperation
Trotz der Kälte wurde niemandem langweilig. Das Programm forderte Kopf und Körper gleichermaßen. Bei verschiedenen Kooperationsspielen und im Niedrigseil-Parcours mussten die Kinder als Team funktionieren. Das absolute Highlight? Das Menschen-Katapult, das für ordentlich Adrenalin sorgte und die Kälte für einen Moment völlig vergessen ließ.
Die Nacht im „Windschatten“
Die größte Hürde war das Nachtlager. Gemeinsam bauten wir drei sichere, windgeschützte Lager, um gegen die frostigen Temperaturen gewappnet zu sein. Eng zusammengerückt und gut isoliert trotzten wir der Nacht – ein Erlebnis, das die Gruppe enger zusammengeschweißt hat, als es jeder Alltag im Haus könnte.
Stolz, Erschöpfung und die Vorfreude auf Zuhause
„Das war kernig“, lautete das einstimmige Fazit. Am Ende der zwei Tage blickten wir in müde, aber unglaublich stolze Gesichter. Wir haben es geschafft!
Obwohl die Vorfreude auf die erste warme Dusche und das gemütliche Sofa riesig war, stand für alle fest: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei! Denn was wir im Wald gelernt haben, nimmt uns niemand mehr!