20. September 2019

AWG Kreuzstr. im Centerpark

Wenn viele eine Reise tun, dann können sie noch mehr erleben

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, wenn viele eine Reise tun, dann können sie noch mehr erleben! Das taten die Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen der AWG Kreuzstraße dann auch. Die Reise ging vom 24.05.2019 bis zum 26.05.19 in den Centerpark Eifel. Ermöglicht wurde diese erste von zwei  Ferienfreizeiten 2019 durch eine großzügige Spende.

Nun mag man denken, dass es erstmal nicht besonders aufregend ist, in die Eifel zu fahren, die vor allem viel Natur zu bieten hat. Ist das die richtige Umgebung für die Bewohner*innen einer Verselbstständigungsgruppe im Alter zwischen 16 und 18 Jahren? Wollen die nicht eher Party und Trubel? Ist der W-Lan Empfang überhaupt vorhanden? Quälende Fragen, die sich vor allem die Mitarbeitenden im Vorfeld stellten.

Es stellte sich heraus, dass die Sorgen unbegründet waren. Schon auf der Hinfahrt durch die satt-grüne und hügelige Landschaft der Eifel, in der auch Bilbo Beutling leben könnte, versprühte die Natur ihren ganz eigenen Charme. So kam eine gut gelaunte Gruppe im Centerpark an. Fix wurden die Häuser bezogen und der Park erkundet. Abends wurde dann überlegt, wie der nächste Tag aussehen sollte und alle entschieden, gemeinsam in den Zoo zu gehen.

Nun mag man denken, einen Zoo kann  man sich auch in Wuppertal angucken, ist das die richtige Umgebung für Bewohner*innen einer Verselbstständigungsgruppe?

Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass die Bedenken  unbegründet waren. Wir besuchten nicht nur irgendeinen Zoo, wir gingen auf Safari und zwar im Wild- und Erlebnispark Daun. Der Ausdruck Safari ist keineswegs übertrieben, denn als wir noch ganz entspannt Eintrittskarten und Tierfutter kauften, war uns noch nicht ganz klar, dass wir tatsächlich mit unseren Bullis durch den Park fahren sollten.

Wir fuhren also zum Eingang des Parks und stießen direkt auf das erste Problem, also eigentlich gleich zwei. Zwei Emus nämlich, die mitten im Weg standen und uns nicht durchfahren ließen. Hupen, rufen etc. halfen wenig. Die Emus hatten die Ruhe weg und uns wurde langsam klarer, auf was wir uns da eingelassen hatten. Irgendwann hatten die zwei Erbarmen und wir konnten durch einen sehr schmalen, holprigen Weg die erste Plattform erreichen. Nun mussten wir aussteigen, um zu der Plattform zu kommen. Jetzt  gab es aber wirklich viele Probleme, denn außer Emus, die unser Futter haben wollten, kamen auch noch Esel, Rehe und Lamas, um auch etwas abzukriegen.  Die Tiere waren an Menschen gewöhnt und hatten prima Strategien, um das meiste Futter zu ergattern. Dabei konnte man sie anfassen und musste teilweise auch die Flucht ergreifen.

Am Ende dachten wir noch einmal an unsere Ausgangsfrage:  Ist das denn die richtige Umgebung für Bewohner*innen einer Verselbstständigungsgruppe?

Da kann man nur sagen: Ja, auf jeden Fall! Es war toll zu sehen,  wie viel Spaß die Jugendlichen aber auch die Mitarbeitenden mit den Tieren hatten. Alle freuten sich auf jede neu zu erwartende Plattform, um zu gucken, welche Tiere da auf einen warten. Die Fahrt mit den Bullis durch den Wald auf eigentlich viel zu schmalen Wegen tat ihr übriges. Wir waren auf Großwildjagd, natürlich ohne wirklich zu jagen. Dass es so viel Spaß machen würde, hatten wir alle nicht erwartet und nur die Sorge, wie die Bullis jemals wieder sauber werden sollten, trübte die Freude der Mitarbeitenden etwas.

Auch dieses Problem wurde später gelöst und nach einem ausgiebigen Besuch auf dem Abenteuerspielplatz, auf dem die großen und kleinen Kinder ebenfalls viel Spaß hatten, ging es noch weiter zur Sommerrodelbahn.

Dieser tolle Tag endete mit einem wirklich leckeren Essen in einem spontan ausgesuchten Restaurant. Die Sonne war auch noch so nett, für uns zu scheinen und wir können mit gutem Gewissen sagen: Ja – die Eifel ist genau die richtige Umgebung für Bewohner*innen einer Verselbstständigungsgruppe. Diese Reise machen wir gerne wieder.